Füße richtig messen – damit Schuhe wirklich passen
Schuhgrößen sind nicht genormt. Damit du beim Schuhkauf nicht raten musst, brauchst du eine verlässliche Basis: Fußlänge, Breite als Orientierung, die passende Zugabe
– und anschließend die Kontrolle der Innenlänge im Schuh.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Nachmittags/abends messen(alltagsnäher).
- Beide Füße messen
– der größere Wert zählt.
- Fußlänge + Zugabe= benötigte Innenlänge.
- Dann prüfen: Hat der Schuh innen wirklich diese Länge?
💡 Tipp: Bitte nachmittags messen
Füße sind über den Tag in Bewegung und können minimal „aufgehen“. Wenn du nachmittags oder abends misst,
ist das Ergebnis meistens näher am echten Alltag.
Warum richtiges Messen so wichtig ist
Gleiche Größe bedeutet nicht gleicher Sitz. Und selbst wenn zwei Schuhe eine ähnliche Innenlänge haben, kann sich die Passform
deutlich unterscheiden – je nach Schnitt, Zehenbox, Volumen, Material und der Position der breitesten Stelle.
Richtiges Messen schafft eine verlässliche Grundlage, aber: Entscheiden tut am Ende der Fuß im Schuh.
1) Füße messen – am einfachsten mit Zentimetrix
So misst du die Fußlänge (der wichtigste Wert)
- Messhilfe flach auf den Boden legen.
- Fuß gerade
aufstellen, Ferse an die Anschlagschiene.
- Kind steht belastet(nicht im Sitzen).
- Den längsten Zeh
ablesen (nicht immer der große Zeh).
- Beide Füße
messen – der größere Wert zählt.
So misst du die Breite (als Orientierung)
- Fuß quer
ausrichten und an der Schiene anlegen.
- Breite an der breitesten Stelle
ablesen (meist Ballenbereich).
- Bitte nicht „zusammendrücken“ – locker anlegen reicht.
✅ Do
- Mine aus dem Kuli
zum Anzeichnen verwenden.
- Datum notieren (Wachstum im Blick).
- Ruhig, aber entspannt messen.
❌ Don’t
- Keine Filzstifte / dicken Linien.
- Nicht schieben oder „schön drücken“.
- Nicht nur nach Schuhgröße gehen.
2) Zugabe – warum ein Schuh länger sein muss als der Fuß
Die gemessene Fußlänge ist nicht
die Zielgröße für den Schuh. Zum Gehen, Abrollen und für Wachstum braucht der Fuß Platz.
Darum rechnest du zur Fußlänge eine Zugabe
dazu – und erhältst so die benötigte Innenlänge.
Richtwerte
- Kinder (sicher laufend):
12–15 mm
- Winterschuhe / dicke Socken:
ca. 17 mm
Merksatz:
Fußlänge + Zugabe = benötigte Innenlänge
im Schuh.
3) Innenlänge im Schuh prüfen – mit Plus 12
Plus 12 ist vor allem dafür sinnvoll, die
Innenlänge eines Schuhs
zu prüfen – also ob der Schuh innen wirklich die
benötigte Innenlänge(Fußlänge + Zugabe) hergibt.
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So gehst du vor
- Schuh leer
prüfen (ohne Fuß im Schuh).
- Innenlänge messen und mit deiner benötigten Innenlänge
vergleichen.
- Eine Abweichung von ca. ± 1 mm
ist in der Praxis meist unkritisch.
Wichtig:
Plus-Messhilfen können auch zur Fußmessung genutzt werden, sind dafür aber oft unnötig kompliziert
–
weil die Zugabe (z. B. 12 mm) bereits „eingerechnet“ ist. Für klare Ausgangsdaten lieber die Fußlänge separat messen –
und anschließend die Innenlänge des Schuhs prüfen.
Breite, Weite, Spann – bitte nicht verbeißen
Die Breite hilft bei der Orientierung – aber sie ist kein starres „Millimeter-Gesetz“. Kinderfüße sind individuell,
und Schuhe verhalten sich je nach Schnitt, Material und Volumen sehr unterschiedlich.
Breite= seitlicher Platz (Richtwert).
Weite= mehr als Breite: Breite + Höhe + Volumen + Spann.
Spann= wie viel Raum der Fuß am Fußrücken braucht (oft entscheidend für „drückt“ oder „passt“).
Warum gleiche Innenbreite trotzdem anders sitzen kann:
Die breiteste Stelle eines Schuhs liegt nicht bei jedem Modell an derselben Position. Schon 1–2 mm weiter vorne oder hinten
können dazu führen, dass ein Schuh gut sitzt – und der andere drückt.
Orientierung statt Dogma:
Kleine Abweichungen (1–2 mm) sind normal – entscheidend ist der Eindruck am Fuß.
Praxistest bei Unsicherheit:
5–10 Minuten drinnen laufen lassen, dann Schuhe + Socken ausziehen
und auf Rötungen/Druckstellen achten.
Bitte nicht: Einlegesohle, Stäbchen, Fußschablonen
Diese Methoden wirken logisch – helfen aber in der Praxis oft nicht weiter, weil sie die Realität vereinfachen:
Fuß und Schuh sind 3D, viele Tricks sind nur 2D
oder sogar 1D.
- Auf die Einlegesohle stellen: Einlegesohle = 2D, Fuß/Schuh = 3D. Spann und Volumen fehlen komplett.
- Stäbchen-Trick: misst eine starre Linie – sagt nichts über Form, Volumen oder die Position der Breite.
- Fußschablone: ebenfalls 2D – sagt nichts über Spann/Volumen und „wie es sich beim Laufen anfühlt“.
Klartext:
„Auf die Einlegesohle stellen“ ist keine professionelle
Methode zur Passformbeurteilung.
Schuhe richtig anprobieren & prüfen
Messwerte helfen bei der Auswahl – aber geprüft wird am Fuß. Gerade bei Weite, Spann und Volumen entscheidet der Praxistest.
- Kind den Schuh 5–10 Minuten
drinnen tragen lassen.
- Auf entspanntes Laufen und natürliches Abrollen achten.
- Fersensitz beobachten (sicherer Halt, kein Rutschen, kein Drücken).
- Danach: Schuhe aus, Socken aus – Füße auf Rötungen/Druckstellen prüfen.
🧦 Sockencheck – oft unterschätzt
Eine zu kleine oder zu kurze Socke kann den Fuß genauso einengen wie ein zu kleiner Schuh.
Und ja – das verfälscht jede Passformbeurteilung.
So einfach:
Halte die Socke am nackten Fuß entlang. Reicht sie nicht bis über die Zehen, ist sie zu klein.
Merksatz:
Passt die Socke nicht, kannst du den Schuh nicht richtig beurteilen.
Unsicher mit der Größe?
Unser Schuhfinder hilft dir weiter – auf Basis deiner Fußlänge und Breite als Orientierung.
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Nach deiner Bestellung erhältst du unsere Mess- und Entscheidungshilfen als PDF – damit du zuhause strukturiert prüfen kannst.
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Wir arbeiten aktuell an einem ausführlichen Mini-Guide inklusive praktischer Checklisten (z. B. Fußmess-Pass und Schuhwechsel-Check).
Dieser wird exklusiv für Kund:innen von Fräulein Barfuss
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